Sandra pflegt ihre Mutter seit drei Jahren. Was mit kleinen Handgriffen begann, entwickelte sich schleichend zu einer umfassenden Verantwortung. Hilfe beim Aufstehen, Unterstützung beim Duschen, Organisation von Arztterminen, Medikamente richten, nachts ein wachsames Ohr.
Lange sagte sie sich: «Das gehört halt dazu.» Unterstützung beantragen kam ihr nicht in den Sinn. Sie dachte, andere hätten es schwerer. Sie wollte nicht klagen. Und sie wollte ihrer Mutter nicht das Gefühl geben, eine Last zu sein.
Erst als sie selbst erschöpft war und ein Gespräch mit einer Fachstelle führte, änderte sich etwas. Dort erfuhr sie zum ersten Mal von Hilflosenentschädigung, Entlastungsdiensten, finanziellen Unterstützungen und Beratungsangeboten. Dinge, die ihr den Alltag deutlich erleichtern könnten.
Heute sagt Sandra: «Ich wünschte, ich hätte früher davon gewusst. Es hätte vieles leichter gemacht.»
Ihre Geschichte steht stellvertretend für viele. Unzählige pflegende Angehörige wissen nicht, welche Rechte sie haben und welche Angebote existieren. Dabei kann genau dieses Wissen einen grossen Unterschied machen.
Information ist kein Luxus. Sie ist ein Schlüssel zu Entlastung, zu mehr Stabilität und zu einem Alltag, der wieder etwas Raum zum Atmen lässt.